Neongelb

M itte der Achtziger kam das Blubbern, das Rauschen, 120 BPM aus dem Drumcomputer. Acid zwitscherte sich fröhlich in die Welt. Aus den USA über die Piratensender nach Europa. In englischen Fitnessstudio The Shoom haute man sich nicht nur Steroide rein, sondern pimpte auch die Sympbolkraft des Acid mit „J“ dem Smiley. So kam Acid zu seinem Gesicht und auch zu seiner Farbe: Neongelb (#D0FF00). Zum Kotzen dramatisch und sci-fi und radioaktiv. Neue Welt! Färbt den Himmel um, verlegt Neonröhren durch die ganze Stadt bis sie strahlt. Schnell ging es dann aber zu Ende mit der Euphorie, doch es soll Menschen geben, die damals auf ihrem LSD-Trip hängenblieben, kaleidoskopisch Smileys fabulierten und heute in abgelegegenen US-Psychiatrien ihr Dasein fristen. Der Kopf wippt 120 mal in der Minute, umgeben von Pflegern mit Smileymasken (oder -köpfen, wer weiß?). Von den Wänden prasselt die Welt neongelb herab.