Leithners Blau

Im Jahr 1795 glühte es im Labor der Wiener Staatlichen Porzellanmanufaktur Augarten: Der Malereivorstand Josef Leithner (nachweisbar 1770-1829) experimentierte mit Aluminiumsulfat und Cobalt(II)-nitrat und entdeckte das Kobaltblau (#0047AB). Warm und ein bisschen himmlisch, königlich, aber nicht zu verwechseln mit dem dunkleren und viel härterem Preußischblau. Zwar wurde Kobaltblau schon in Ägypten (um 1500 v.Chr.), in China (ab 600 n.Chr.) und wahrscheinlich auch in Persien verwendet, doch Europa kannte diesen Farbton noch nicht. Das blau-weiße Chinaporzellan europäischer Fertigung konnte seinen Siegeszug durch die bürgerlichen Salons des 19. Jahrhunderts antreten.