Horrortürkis

E s waren die Tage zwischen dem 1. und 12. Juli 1916, in denen das Türkis seine Farbe veränderte. An der Küste New Jerseys kommt es zu fünf Haiattacken innerhalb kürzester Zeit, vier verlaufen tödlich. Woher sie kommen, die dreieckigen Flossen, die das Wasser durchschneiden – das bleibt unklar. Der amerikanischen Welt stockte der Atem, der Hai hatte Moby Dick, den Wal, als furchteinflößenstes Seeungeheuer abgelöst. Knapp 60 Jahre später kam Spielbergs „Jaws“ (dt. „Der Weiße Hai“) in die Kinos und verarbeiteten die Ereignisse in New Jersey zu einem massenwirksamen Angsterlebnis. Und Türkis (#B3E9E0), das wurde die Farbe der Angst. Kontrastiert vom blutroten „Jaws“ auf dem Filmplakat schießt ein Hai auf den erst nichts ahnenden dann panischen Schwimmer zu. Im scheinbar harmlos türkisen Wasser. Von wegen Babyblau: Türkis hat seine Unschuld verloren. Im rechten Licht betrachtet hat es ja auch etwas unheilvoll drohendes, etwas verschlagenes. Kaum jemand, der ins warme Wasser der Karibik oder Südsee steigt und dem dabei nicht ein kurzer Schauer der Angst über den Rücken läuft. Nicht dass ein Hai tatsächlich in Sicht wäre, nein: das macht die Farbe des Wassers.

Siehe auch: Trendtürkis